Am 18. November 2025 trafen sich die Partner des Forschungsprojekts HistoVeaR im LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford in Ratingen. Ziel der Veranstaltung war es, das assoziierte Museum kennenzulernen, sich über Anforderungen auszutauschen und erste Probescans durchzuführen. Organisiert wurde das Treffen vonseiten der Universität Paderborn in Zusammenarbeit mit dem Museum.
Das Treffen startete mit einer Begrüßung durch Prof. Dr. Kerstin Kraft, gefolgt von einer thematischen Einführung durch Claudia Gottfried, Leiterin des LVR-Industriemuseums Textilfabrik Cromford. Sie stellte die kommende Sonderausstellung mit dem Titel „Textile Schätze“ vor, die voraussichtlich im September 2026 eröffnet wird. Die im Verlauf des Projekts entstehende VR-Anwendung soll Museumsbesuchenden ermöglichen, ausgewählte Objekte dieser Ausstellung virtuell zu erleben.

Ein Rundgang durch die, aktuell aufgrund von Umbaumaßnahmen geschlossene „Hohe Fabrik“ ermöglichte Einblicke in die Ausstellungsräume und die hier ursprünglich ansässige Baumwollspinnerei. Gleichzeitig konnten vor Ort das geplante Ausstellungskonzept vorgestellt und der für die VR-Anwendung angedachte Raum besichtigt werden.




Die anschließende Besichtigung des Herrenhauses Cromford mit seinen historischen repräsentativen und privaten Räumen verdeutlichte die Geschichte der Unternehmerfamilie Brügelmann sowie den wirtschafts- und sozialhistorisch bedeutsamen Kontext des Museums.

Im Dachgeschoss des Herrenhauses fanden parallel erste Testaufnahmen von historischen Kleidern statt. In Zusammenarbeit mit der Textilrestauratorin Claudia Grohmann prüfte Katja Tümmers Ludwig von World of VR mithilfe mehrerer Testaufnahmen die Raum- und Lichtverhältnisse sowie die idealen Bedingungen für den Scan der Kleidungsstücke. Mit diesen Aufnahmen können im nächsten Schritt bereits weitere Experimente durchgeführt werden. Prof. Dr. Kerstin Kraft und Valentina Rödelberger von der Universität Paderborn verglichen die textile Materialität des Kleides mit historischen Stoffproben. Anhand dieser Stoffproben können im weiteren Projektverlauf die Materialeigenschaften analysiert und für die Simulation verwendet werden, ohne das erhaltene Kleid zu beschädigen.



Die darauffolgende Besprechung des Projektfortschritts und der Anforderungsanalyse wurde von Timon Vielhaber und Tobias Kemper (World of VR) geleitet. Der produktive Austausch mit den Vertreterinnen des Museums lieferte wichtige Erkenntnisse und Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung des Projekts.

Abschließend stellte Merle Meyer die Fortschritte der Computer Graphics Group (CGG) bei der digitalen Simulation physikalischer Stoffeigenschaften sowie der Kollisionserkennung zwischen Kleidung und Avatar vor.

Wir bedanken uns bei dem Team in Ratingen für die erkenntnisreichen Einblicke, den vielversprechenden Austausch und die Gastfreundschaft.



