Autor: Ilja Burzev

  • Erstes Jahrestreffen im LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford

    Erstes Jahrestreffen im LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford

    Am 3. Juni 2026 trafen sich die Partner des Forschungsprojekts HistoVeaR zum ersten Jahrestreffen im LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford in Ratingen. Neben den Projektpartnern nahmen auch zwei Vertreterinnen des Projektträgers Jülich (PTJ) sowie Mitarbeitende des Museums an der Veranstaltung teil.

    Den Auftakt bildete eine gemeinsame Präsentationsrunde, in der alle beteiligten Forschungsteams ihre Ergebnisse und Fortschritte des vergangenen Projektjahres vorstellten. Die Beiträge vermittelten einen umfassenden Überblick über den aktuellen Entwicklungsstand und machten deutlich, welche Meilensteine seit Projektbeginn erreicht wurden. In den anschließenden Diskussionen wurden offene Fragen geklärt, Zwischenergebnisse eingeordnet und die nächsten Arbeitsschritte gemeinsam abgestimmt.

    Demo Session

    Nach der Mittagspause, die vom Team des Museums organisiert wurde, stand der praktische Teil des Treffens auf dem Programm. In einer Demo-Session präsentierten die Projektpartner ihre aktuellen Forschungsergebnisse anhand interaktiver Prototypen, die von allen Teilnehmenden ausgiebig getestet werden konnten.

    Das Team von World of VR demonstrierte eine VR-Anwendung zur Darstellung historischer Kleidung. Die Kleidungsstücke wurden mithilfe eines eigens entwickelten Scan-Setups digital erfasst und anschließend durch den Einsatz von Gaussian Splatting photorealistisch und dreidimensional rekonstruiert. Die Anwendung ermöglichte eine detailgetreue Betrachtung der historischen Textilien in einer virtuellen Umgebung. Besonders beeindruckend war die realistische Wiedergabe feiner Materialeigenschaften, etwa der Transparenz empfindlicher Stoffe.

    Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Arnulph Fuhrmann (TH Köln) präsentierte eine weitere VR-Demonstration, die sich auf die physikalische Simulation historischer Kleidung konzentrierte. Im Mittelpunkt stand ein von der Universität Paderborn eigens für das Projekt gefertigtes einlagiges Kleidungsstück, das auf einem digitalen Avatar simuliert wurde. Mithilfe der VR-Controller konnten die Nutzerinnen und Nutzer den Avatar bewegen, verschiedene Körperhaltungen einnehmen lassen und so das Verhalten des Kleidungsstücks in Echtzeit beobachten. Ein besonderes Highlight war die Möglichkeit, direkt mit den eigenen Händen nach dem virtuellen Kleid zu greifen und mit dessen Stoff zu interagieren. Diese Funktion stieß bei allen Teilnehmenden auf großes Interesse und markiert einen wichtigen Schritt hin zum langfristigen Projektziel, historische Kleidung künftig immersiv und möglichst realitätsnah am eigenen Körper erfahrbar zu machen.

    Auch die Arbeitsgruppe von Prof. Björn Bartholdy (TH Köln) stellte einen aktuellen Demonstrator vor. Mithilfe einer Tiefenkamera wurden die Körperbewegungen der Testpersonen erfasst und in Echtzeit auf einen digitalen Avatar übertragen. Die Demonstration zeigte, wie sich markerloses Motion Capturing für eine intuitive Steuerung virtueller Figuren nutzen lässt und bildet damit eine wichtige Grundlage für zukünftige immersive Anwendungsszenarien innerhalb des Projekts.

    Ausblick

    Zum Abschluss des Treffens kamen alle Projektpartner noch einmal zusammen, um die Ergebnisse des Tages zu reflektieren und die nächsten Entwicklungsschritte zu planen. Das zweite Jahrestreffen bot nicht nur einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Forschungsarbeiten, sondern erwies sich erneut als wertvolle Plattform für den interdisziplinären Austausch zwischen Forschung, Entwicklung und Anwendung.

    Mit den präsentierten Demonstratoren wurde deutlich, dass HistoVeaR auf dem Weg ist, innovative Technologien aus den Bereichen Virtual Reality, Digitalisierung und interaktive Simulation zu verbinden, um historische Kleidung künftig auf eine völlig neue Weise erlebbar zu machen.

  • Konsortiumstreffen in der Textilfabrik Cromford in Ratingen

    Konsortiumstreffen in der Textilfabrik Cromford in Ratingen

    Am 18. November 2025 trafen sich die Partner des Forschungsprojekts HistoVeaR im LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford in Ratingen. Ziel der Veranstaltung war es, das assoziierte Museum kennenzulernen, sich über Anforderungen auszutauschen und erste Probescans durchzuführen. Organisiert wurde das Treffen vonseiten der Universität Paderborn in Zusammenarbeit mit dem Museum.

    Das Treffen startete mit einer Begrüßung durch Prof. Dr. Kerstin Kraft, gefolgt von einer thematischen Einführung durch Claudia Gottfried, Leiterin des LVR-Industriemuseums Textilfabrik Cromford. Sie stellte die kommende Sonderausstellung mit dem Titel „Textile Schätze“ vor, die voraussichtlich im September 2026 eröffnet wird. Die im Verlauf des Projekts entstehende VR-Anwendung soll Museumsbesuchenden ermöglichen, ausgewählte Objekte dieser Ausstellung virtuell zu erleben.


    Ein Rundgang durch die, aktuell aufgrund von Umbaumaßnahmen geschlossene „Hohe Fabrik“ ermöglichte Einblicke in die Ausstellungsräume und die hier ursprünglich ansässige Baumwollspinnerei. Gleichzeitig konnten vor Ort das geplante Ausstellungskonzept vorgestellt und der für die VR-Anwendung angedachte Raum besichtigt werden.


    Die anschließende Besichtigung des Herrenhauses Cromford mit seinen historischen repräsentativen und privaten Räumen verdeutlichte die Geschichte der Unternehmerfamilie Brügelmann sowie den wirtschafts- und sozialhistorisch bedeutsamen Kontext des Museums.


    Im Dachgeschoss des Herrenhauses fanden parallel erste Testaufnahmen von historischen Kleidern statt. In Zusammenarbeit mit der Textilrestauratorin Claudia Grohmann prüfte Katja Tümmers Ludwig von World of VR mithilfe mehrerer Testaufnahmen die Raum- und Lichtverhältnisse sowie die idealen Bedingungen für den Scan der Kleidungsstücke. Mit diesen Aufnahmen können im nächsten Schritt bereits weitere Experimente durchgeführt werden. Prof. Dr. Kerstin Kraft und Valentina Rödelberger von der Universität Paderborn verglichen die textile Materialität des Kleides mit historischen Stoffproben. Anhand dieser Stoffproben können im weiteren Projektverlauf die Materialeigenschaften analysiert und für die Simulation verwendet werden, ohne das erhaltene Kleid zu beschädigen.


    Die darauffolgende Besprechung des Projektfortschritts und der Anforderungsanalyse wurde von Timon Vielhaber und Tobias Kemper (World of VR) geleitet. Der produktive Austausch mit den Vertreterinnen des Museums lieferte wichtige Erkenntnisse und Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung des Projekts.


    Abschließend stellte Merle Meyer die Fortschritte der Computer Graphics Group (CGG) bei der digitalen Simulation physikalischer Stoffeigenschaften sowie der Kollisionserkennung zwischen Kleidung und Avatar vor.


    Wir bedanken uns bei dem Team in Ratingen für die erkenntnisreichen Einblicke, den vielversprechenden Austausch und die Gastfreundschaft.